Der Umsatz steht im Verkäuferportal, der Kontostand in der Bank — aber dazwischen liegt eine Kette von Kosten, die kaum ein Händler vollständig im Blick hat. Diese sieben Posten entscheiden, ob dein Kaufland-Geschäft wirklich Geld verdient.
Wie finde ich heraus, ob ich auf Kaufland profitabel bin?
Profitabel bist du, wenn der Netto-Umsatz eines Produkts nach Abzug aller variablen Kosten (Wareneinsatz, Provision, Versand, Verpackung, anteilige Retouren, Werbung) einen positiven Deckungsbeitrag liefert — und die Summe aller Deckungsbeiträge deine Fixkosten übersteigt. Die Antwort gibt es nur auf Produktebene: Ein profitables Gesamtgeschäft kann etliche Verlustbringer enthalten, die das Ergebnis still schmälern.
Die folgenden sieben Kosten werden dabei am häufigsten übersehen.
1. Retouren — inklusive Wertminderung
Der Klassiker. Eine Retoure kostet Rückversand, Bearbeitung und oft einen Teil des Warenwerts, weil geöffnete Ware nicht mehr als neu verkäuflich ist. Wer mit der Brutto-Verkaufszahl rechnet statt mit Netto-Verkäufen nach Retouren, überschätzt seinen Gewinn systematisch. Die ausführliche Rechnung findest du in Was kosten Retouren wirklich?
2. Die Provision auf die Versandkosten
Die Kaufland-Provision wird auf den Brutto-Verkaufspreis inklusive Versandkosten berechnet. Wer seine Marge nur auf den Artikelpreis kalkuliert, unterschlägt die Provision auf den Versandanteil — bei hohen Versandkosten ein spürbarer Posten. Details in Kaufland-Gebühren für Händler erklärt.
3. Die Differenz zwischen berechnetem und echtem Versand
Dem Kunden 4,99 € berechnen, dem Carrier 5,80 € zahlen: Die Differenz ist ein Verlust pro Paket, der in keiner Marktplatz-Abrechnung auftaucht. Dazu kommen Zuschläge (Peak, Energie, Sperrgut), die sich unterjährig ändern — die Versandkalkulation vom Jahresanfang stimmt im November oft nicht mehr.
4. Verpackungsmaterial
Karton, Füllmaterial, Klebeband, Etikett: einzeln Centbeträge, in Summe ein echter Kostenblock. Bei 500 Paketen im Monat und 60 Cent Material pro Paket sind das 3.600 € im Jahr — die in kaum einer Produktkalkulation auftauchen.
5. Die anteilige Grundgebühr
Die monatliche Grundgebühr (39,95 € bzw. 59,95 € zzgl. MwSt., Stand Juni 2026) wirkt vernachlässigbar — ist sie aber nur bei entsprechendem Volumen. Bei 40 Bestellungen im Monat steckt rund 1 € Grundgebühr in jeder Bestellung. Gerade in der Startphase gehört sie in die Stückrechnung.
6. Die MwSt.-Falle
Verkaufspreise denkst du brutto, Einkaufspreise netto — und die 19 % Umsatzsteuer im Verkaufspreis gehören dem Finanzamt. Wer 59,99 € Verkaufspreis gegen 24 € Einkauf rechnet, sieht 36 € „Marge". Real sind es nach Steuer nur 26,41 € — noch vor Provision, Versand und Retouren. Wie die korrekte Stufenrechnung aussieht, zeigt Deckungsbeitrag I, II, III — einfach erklärt.
7. Deine eigene Arbeitszeit
Listing-Pflege, Kundenanfragen, Retourenabwicklung, Buchhaltung: Stunden, die in keiner Kalkulation stehen, weil sie „nichts kosten". Bei Produkten mit schmalem Deckungsbeitrag und hohem Betreuungsaufwand ist die ehrliche Antwort manchmal: Das Produkt bezahlt deinen Stundenlohn nicht.
Das Muster hinter allen sieben Posten
Jeder einzelne Posten ist klein genug, um ihn zu ignorieren — zusammen entscheiden sie über das Ergebnis. Das Gegenmittel ist keine bessere Excel-Disziplin, sondern eine laufende Deckungsbeitragsrechnung pro Produkt, in der alle sieben Posten automatisch mitlaufen.
Genau dafür haben wir AfterCost gebaut: Es verrechnet Provision, Versand, Retouren und Einkaufspreise automatisch gegen deinen Kaufland-Umsatz und zeigt dir pro Produkt, ob du verdienst — oder nur verkaufst.