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Deckungsbeitrag I, II, III für Marktplatz-Händler — einfach erklärt mit Rechenbeispiel

11. Juni 2026 · 8 Min. Lesezeit · AfterCost Blog

„Das Produkt hat 40 % Marge" — dieser Satz hat schon viele Marktplatz-Händler Geld gekostet. Denn die Handelsspanne aus dem Einkauf sagt nichts darüber, was nach Provision, Versand und Retouren wirklich übrig bleibt. Genau dafür gibt es den Deckungsbeitrag.

Was ist der Deckungsbeitrag?

Der Deckungsbeitrag ist die Differenz zwischen dem Umsatz und den zurechenbaren variablen Kosten. Er zeigt, wie viel ein Produkt oder eine Bestellung dazu beiträgt, die Fixkosten zu decken und Gewinn zu erwirtschaften. Ist der Deckungsbeitrag negativ, verlierst du mit jedem Verkauf Geld — egal wie gut der Umsatz aussieht.

In der Praxis wird der Deckungsbeitrag stufenweise berechnet: DB I, DB II und DB III. Jede Stufe zieht eine weitere Kostenschicht ab und beantwortet eine andere Frage.

DB I, DB II, DB III — die drei Stufen im Überblick

StufeFormelBeantwortet die Frage
DB INetto-Umsatz − WareneinsatzWie gut ist mein Einkauf?
DB IIDB I − direkte Verkaufskosten (Provision, Versand, Verpackung, Zahlungsgebühren, anteilige Retouren)Lohnt sich der Verkauf über diesen Kanal?
DB IIIDB II − zurechenbare Marketingkosten (z. B. Sponsored Ads)Lohnt sich das Produkt inklusive Werbung?

Wichtig: Gerechnet wird immer mit Netto-Werten. Die Mehrwertsteuer, die du vereinnahmst, gehört dem Finanzamt — sie ist kein Umsatz.

Rechenbeispiel: eine Kaufland-Bestellung, Schritt für Schritt

Alle Zahlen im folgenden Beispiel sind fiktiv und dienen der Illustration. Angenommen, du verkaufst ein Produkt für 59,99 € inklusive Versand (Bruttopreis, 19 % MwSt.) in einer Kategorie mit 13 % Provision:

PositionBetrag
Brutto-Verkaufspreis (inkl. Versand)59,99 €
− Umsatzsteuer (19 %)−9,58 €
= Netto-Umsatz50,41 €
− Wareneinsatz (EK inkl. Beschaffung)−24,00 €
= DB I26,41 €
− Kaufland-Provision (13 % von 59,99 €, netto)−6,55 €
− Versand (Carrier-Kosten)−4,20 €
− Verpackung−0,60 €
− anteilige Retourenkosten (bei 6 % Quote)−1,90 €
= DB II13,16 €
− anteilige Werbekosten (Sponsored Ads)−2,50 €
= DB III10,66 €

Aus „59,99 € Umsatz" werden also 10,66 €, die tatsächlich zur Deckung deiner Fixkosten (Grundgebühr, Lager, Software, Personal) und zum Gewinn beitragen. Das ist keine schlechte Quote — aber sie ist eben ein Drittel dessen, was die naive Rechnung „Verkaufspreis minus Einkaufspreis" suggeriert hätte.

Warum die Handelsspanne allein in die Irre führt

Die Handelsspanne (Verkaufspreis minus Einkaufspreis) ignoriert systematisch drei Dinge:

Wie oft sollte ich Deckungsbeiträge berechnen?

Deckungsbeiträge sind kein Jahresabschluss-Thema, sondern ein Steuerungsinstrument: Sie gehören auf Produktebene und laufend berechnet. Preisänderungen, neue EK-Konditionen, geänderte Provisionssätze oder eine steigende Retourenquote verschieben das Ergebnis sofort — wer nur quartalsweise in Excel rechnet, sieht Verlustbringer drei Monate zu spät.

Genau das ist die Aufgabe von AfterCost: Es berechnet DB I bis DB III automatisch für jede Bestellung und jedes Produkt aus deinen Kaufland-Daten, EK-Preisen und Versandkosten — tagesaktuell statt am Monatsende. Welche Gebühren dabei einfließen, liest du im Artikel Kaufland-Gebühren für Händler erklärt.

Häufige Fragen

Was ist der Deckungsbeitrag?
Der Deckungsbeitrag ist die Differenz zwischen dem Umsatz und den zurechenbaren variablen Kosten. Er zeigt, wie viel ein Produkt oder eine Bestellung zur Deckung der Fixkosten und zum Gewinn beiträgt.
Was ist der Unterschied zwischen DB I, DB II und DB III?
DB I zieht vom Netto-Umsatz nur den Wareneinsatz ab. DB II berücksichtigt zusätzlich die direkten Verkaufskosten wie Marktplatz-Provision, Versand, Verpackung und Zahlungsgebühren. DB III zieht darüber hinaus zurechenbare Marketing- und Werbekosten ab.
Warum reicht die Marge aus dem Einkauf nicht?
Die Handelsspanne (Verkaufspreis minus Einkaufspreis) ignoriert Provisionen, Versand, Retouren und Zahlungsgebühren. Ein Produkt mit 40 % Handelsspanne kann nach allen variablen Kosten ein Verlustgeschäft sein — das zeigt erst der Deckungsbeitrag.
FG
Firat Günenc
Gründer von AfterCost. Baut Profit-Tracking für Kaufland-Händler — gemeinsam mit den ersten Händlern, die es nutzen.
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