Wer auf Kaufland.de verkauft, zahlt zwei Arten von Gebühren an den Marktplatz: eine monatliche Grundgebühr und eine Verkaufsprovision pro Bestellung. Dazu kommen Kosten, die nicht auf der Kaufland-Rechnung stehen, aber genauso real sind. Dieser Artikel schlüsselt alles auf — mit den offiziellen Zahlen, Stand Juni 2026.
Was kostet das Verkaufen auf Kaufland.de?
Das Verkaufen auf Kaufland.de kostet eine monatliche Grundgebühr von 39,95 € (Paket Basic) oder 59,95 € (Paket Plus), jeweils zzgl. MwSt., plus eine kategorieabhängige Verkaufsprovision zwischen 7 % und 16 % des Brutto-Verkaufspreises inklusive Versandkosten. Das Einstellen von Angeboten ist kostenlos und unbegrenzt möglich.
Quelle für alle Zahlen in diesem Abschnitt: Offizielle Konditionen von Kaufland Global Marketplace (abgerufen im Juni 2026). Kaufland passt Konditionen gelegentlich an — prüfe vor wichtigen Kalkulationen immer die offizielle Seite.
Die Grundgebühr: Basic vs. Plus
| Paket | Preis pro Monat (zzgl. MwSt.) | Besonderheit |
|---|---|---|
| Basic | 39,95 € | Standardpaket |
| Plus | 59,95 € | u. a. Verlinkung zum eigenen Online-Shop |
Wichtig für die Kalkulation: Die Grundgebühr fällt unabhängig vom Umsatz an. Wer mit Kaufland Global Marketplace auf mehreren Kaufland-Marktplätzen (Deutschland, Österreich, Tschechien, Slowakei, Polen, Frankreich, Italien) verkauft, zahlt die Grundgebühr nur einmal.
Bei kleinen Stückzahlen wird die Grundgebühr schnell zum relevanten Kostenblock: Verkaufst du 50 Bestellungen im Monat, stecken allein rund 0,80 € Grundgebühr in jeder Bestellung. Bei 500 Bestellungen sind es nur noch 8 Cent.
Die Verkaufsprovision: 7 bis 16 Prozent — auf was eigentlich?
Die Provision ist der größte Kaufland-Kostenblock und hängt von der Produktkategorie ab:
- Deutschland, Österreich, Tschechien, Slowakei, Frankreich, Italien: 7 % bis 16 % je Kategorie — zum Beispiel 7 % für Computer, 16 % für Schmuck.
- Polen: 4 % bis 12 % je Kategorie.
- Medienartikel (z. B. Bücher, Tonträger): zusätzlich 0,70 € pro verkauftem Artikel.
Der entscheidende Punkt, den viele Händler übersehen: Die Provision wird auf den Brutto-Verkaufspreis inklusive Versandkosten berechnet — nicht auf den Netto-Warenwert. Wer 5,99 € Versand berechnet, zahlt auch auf diese 5,99 € Provision.
Rechenbeispiel (fiktiv, zur Illustration): Du verkaufst einen Artikel für 49,99 € plus 5,99 € Versand in einer Kategorie mit 13 % Provision. Die Provision beträgt 13 % von 55,98 € = 7,28 € — nicht 13 % von 49,99 € (6,50 €). Der Unterschied von 78 Cent pro Bestellung summiert sich bei 300 Bestellungen im Monat auf 234 €.
Die vollständige, aktuelle Kategorientabelle findest du auf der offiziellen Konditionen-Seite.
Welche Kosten stehen NICHT auf der Kaufland-Rechnung?
Die Marktplatzgebühren sind nur ein Teil der Wahrheit. Profitabel bist du erst, wenn dein Verkaufspreis auch diese Posten trägt:
- Wareneinsatz (EK-Preis): dein Einkaufspreis inklusive Beschaffungsnebenkosten wie Fracht und Zoll.
- Versandkosten: was dein Carrier dir tatsächlich berechnet — oft mehr, als du dem Kunden weiterberechnest.
- Verpackung: Karton, Füllmaterial, Klebeband, Etiketten.
- Retouren: Rückversand, Bearbeitung und Wertminderung. Die Provision wird dir bei einer Retoure in der Regel erstattet — auf den übrigen Kosten bleibst du sitzen. Mehr dazu in unserem Artikel Was kosten Retouren wirklich?
- Werbung: Sponsored Product Ads und Aktionen, falls du sie nutzt.
Wie rechne ich aus, was mir pro Verkauf bleibt?
Was dir pro Verkauf bleibt, zeigt die Deckungsbeitragsrechnung: Netto-Umsatz minus Wareneinsatz minus alle direkten Verkaufskosten (Provision, Versand, Verpackung, anteilige Retourenkosten). Wie das Schritt für Schritt geht, erklären wir im Artikel Deckungsbeitrag I, II, III für Marktplatz-Händler.
Für eine einzelne Bestellung ist das Kopfrechnen. Für hunderte Bestellungen pro Monat über dutzende Produkte mit unterschiedlichen Kategorien, Versandarten und Retourenquoten ist es genau die Arbeit, die AfterCost automatisiert.